Gedanken zum Monatsspruch Juni

 

Vergesst die Gastfreundschaft nicht;

denn durch sie haben einige,

ohne es zu ahnen, Engel beherbergt.

Brief an die Hebräer,

Kapitel 13, Vers 2

 

     Die Erinnerung aus dem Hebräerbrief an die uralte und auch heute noch in vielen Ländern und Kulturen geltende Verpflichtung zur gastfreundlichen Aufnahme von Fremden will nicht als zusätzliche religiöse Vorschrift oder als moralischer „Zeigefinder“ verstanden wissen. Vielmehr möchte er uns darauf aufmerksam machen, dass unter den Besuchern meines Hauses / meiner Wohnung durchaus auch einer / eine von Gottes Mitarbeitenden sein kann. Das müssen nicht unbedingt Sammler für die Diakonie, Kirchenvorstände oder der Pfarrer sein.

     Aber wenn ich meine Tür – und vielleicht sogar auch mein Herz – ständig fest verschlossen halte, kann es also durchaus passieren, dass ich gar nicht mitbekomme, wenn Gott mir etwas durch einen Mitmenschen / einen seiner Boten in meiner unmittelbaren Gegenwart sagen möchte. Insofern werde ich durch eine geschlossene Tür nicht unbedingt sicherer, sondern einsamer und ärmer.

     Als es vor einigen Jahren darum ging, im Rahmen der Aktion „Treten Sie ein - unsere Kirche ist offen!“ die Christuskirche tagsüber geöffnet zu lassen, gab es zunächst viele Bedenken von Diebstahl, Beschädigungen bis hin zum befürchteten Vandalismus. Doch Gott sei Dank! – und das im wahrsten Sinne des Wortes – ist bis heute noch nichts Schlimmes passiert. Im Gegenteil: immer wieder sagen mir Menschen, dass sie sehr froh darüber sind, dass sie einfach mal in ihre Kirche gehen und somit bei Gott vorbeischauen können.

     Nicht umsonst heißt es in einem beliebten Adventslied: „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit. Es kommt der Herr der Herrlichkeit.“

 

     Ihr Pfarrer Michael Schaefer

 

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