Übrigens:

Die Wochenandachten können Sie auf facebook anschauen.

Sie/ihr alle werdet ihn wahrscheinlich kennen: Psalm 23

„Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.“

 

Und auch der Wochenspruch beschäftigt sich mit dem Bild von einem Hirten mit seinen Schafen:

„Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.“ (Johannes 10,11a.27-28a)

Wie ein guter Hirte ist Gott für uns da. Voll Fürsorge und Barmherzigkeit führt er uns in unserm Leben. Für diese Wahrheit hat Jesus gelebt, dafür ist er gestorben, dafür hat er an Ostern den Tod besiegt.

Aber warum ist hier ausgerechnet von Schafen und einem Hirten die Rede?

Schafe sind angeblich dumme Tiere. Das „dumme Schaf“ ist zur festen Redewendung geworden. Weil sie Herdentiere sind, gelten sie zudem als das Gegenteil des Individualisten: „Mit der Herde laufen“, kommt für kritische Zeitgenossen nicht infrage.

Doch Forscher an der Universität Cambridge fanden heraus, dass Schafe weitaus klüger sind als gemeinhin geglaubt. Sie können sich hervorragend räumlich orientieren, sich sehr gut an ihre Umgebung erinnern und sogar menschliche Gesichter erkennen und unterscheiden. Ihr Gedächtnis ist außergewöhnlich. Selbst nach Jahren der Trennung erkennen sich befreundete Schafe wieder.

Es ist also ein passender Vergleich, den Jesus hier zieht: „Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir.“ Schafe folgen nicht jedem Hirten. Sie können durchaus unterscheiden, wer ihr Hirte ist.

Der bayerische Pfarrer Karl Steinbauer wurde 1943 wegen einer Predigt verhaftet und musste sich vor Gericht verantworten. „Weil ich Jesu Schäflein bin“, hatte der Pfarrer gepredigt und bekannt: „Ich jedenfalls brauche diesen guten Hirten.“ Er predigte von der Kraft dieses Glaubens, der ihm Hilfe und Trost gebracht hat. Er war kein „dummes Schaf“. Er wusste, wer sein Hirte ist.

 „Amen. Ja mein Glück ist groß!“ heißt es zum Ende dieses Liedes. „Ja, mein Glück ist groß“, weil wir zur Herde des guten Hirten gehören.

Amen.

Wir wollen beten:

Gott, du bist der gute Hirte. In Weisheit und Liebe leitest du uns.

Wir bitten dich:

Für alle, die in der Kirche Verantwortung tragen: gib ihnen, dass sie gute Hirten sind.

Für Christinnen und Christen aller Konfessionen: führe sie zur Einheit in Wahrheit und Liebe.

Für die Verantwortlichen in Staaten und Gemeinden: leite sie, dir und den Menschen zu dienen.

Für alle, die Hilfe brauchen und Orientierung suchen: dass sie Fürsorge erfahren und Rat finden.

Für Eltern mit ihren Kindern, die in dieser Zeit besonderen Belastungen ausgesetzt sind: schenke allen Familienmitgliedern Aufmerksamkeit füreinander und einen liebevollen Umgang miteinander.

Gütiger Gott, du verbindest, leitest und führst uns durch deinen Sohn Jesus Christus zum ewigen Leben. Durch ihn loben wir dich, durch ihn beten wir dich an, durch ihn danken wir dir jetzt und allezeit.

 

Gemeinsam beten wir:

Vater unser im Himmel ..

 

 

So leb‘ unter dem Segen Gottes:
Der Herr segne dich und behüte dich;
der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig;
der Herr hebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.
Amen.

 

 

Osternacht 2020

 

GEBET:                                                                                                             

Herr unser Gott,

im Dunkel der Nacht sind wir versammelt.

Die verschreckten Jünger damals trauten sich nicht aus ihren Häusern.

Auch wir sitzen in unseren Häusern.

Denn wir wissen nicht, was der Virus mit uns macht.

Aber wir vergessen auch nicht die Gemeinschaft mit unsere Glaubensgeschwistern, mit denen wir uns jetzt verbunden wissen in Dir, der Du unser Trost und Licht bist.

Im Dunkel der Nacht sind wir versammelt.

Aber am Horizont sehen wir schon die erste Morgenröte. Von dort strahlt schon dein Osterlicht in diesen neuen Tag unseres Lebens.

Wir bitten dich: Erleuchte unsere dunkle Welt durch Dein Licht, das unser Leben erhellt, wie die Morgensonne die auferstehende Frühlingswelt.

Das bitten wir dich, der du der Herr bist über Zeit und Ewigkeit. Amen.

 

LESUNG:                                                                                

Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.

Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser.

Und Gott sprach: Es werde Licht!

Und es ward Licht. Und Gott sah, dass das Licht gut war.

Da schied Gott das Licht von der Finsternis und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht.

Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag.

Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alle Tiere des Feldes und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht.

Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau.

Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und macht sie euch untertan.

Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut.

 

GEBET:                                                                                  

Du, Gott, hast die Welt geschaffen,

riefst das Leben ins Leben –

vom kleinsten Virus bis zum größten Wal.

So wunderbar Deine Schöpfung ist, fällt es uns schwer, in jedem Moment die Güte Deines Handels zu verstehen.

Wir fragen uns, warum Du auch das schufst, was uns nicht zum Guten zu kommen scheint.

Aber Du hast einen Plan mit der Welt.

Wir wollen darauf vertrauen, dass Du die Welt zum Guten lenken wirst.   Amen.

 

LESUNG:                                                                                

So spricht Gott: Ich habe dich einen kleinen Augenblick verlassen, aber mit großer Barmherzigkeit will ich dich sammeln.

Ich habe mein Angesicht im Augenblick des Zorns ein wenig vor dir verborgen, aber mit ewiger Gnade will ich mich deiner erbarmen, spricht Gott, dein Erlöser.

Ich halte es wie zur Zeit Noahs, als ich schwor, dass die Wasser Noahs nicht mehr über die Erde gehen sollten.

So habe ich geschworen, dass ich nicht mehr über dich zürnen und dich nicht mehr schelten will.

Denn es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht Gott, dein Erbarmer.

 

GEBET:                                                                                  

Gott, Du führst uns durch die Nacht.

Mit dir kommen wir an im strahlenden Morgen. Denn Du willst für uns das Gute.

Für mich und für jeden Menschen auf der Welt. Für uns Menschen und für deine ganze Schöpfung.

Halte uns in diesem Glauben auch in dieser Nacht der Nächte.

 

Dies ist die Nacht, von der geschrieben steht:

Die Nacht wird hell wie der Tag, im strahlenden Licht wird die Nacht mich erfreuen.

O wahrhaft selige Nacht, in der sich Himmel und Erde und Gott mit dem Menschen verbindet.

 

So bitten wir dich, Gott:

Erhalte uns in dieser österlichen Freude.

Lass unsere Lichter leuchten bis der Morgenstern erscheint, der wahre Morgenstern, der nicht untergeht in Ewigkeit, unser Herr, Jesus Christus, von den Toten erstanden, der den Menschen leuchtet in Klarheit. Amen.

 

OSTEREVANGELIUM:                          nach Markus, Kapitel 16:

Als der Sabbat vorüber war und der erste Tag der Woche anbrach, kamen Maria Magdalena und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen.

Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben. Denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat hinzu und wälzte den Stein weg und setzte sich darauf.

Seine Erscheinung war wie der Blitz und sein Gewand weiß wie der Schnee.

Die Wachen aber erbebten aus Furcht vor ihm und wurden, als wären sie tot.

Aber der Engel sprach zu den Frauen: Fürchtet euch nicht!

Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht.

Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt und seht die Stätte, wo er gelegen hat; und geht eilends hin und sagt seinen Jüngern: Er ist auferstanden von den Toten.

Und siehe, er geht vor euch hin nach Galiläa; da werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt. Und sie gingen eilends weg vom Grab mit Furcht und großer Freude und liefen, um es seinen Jüngern zu verkündigen.

 

ANZÜNDEN DES OSTERLICHTES                 

 

OSTERRUF:

Der Herr ist auferstanden!

Er ist wahrhaftig auferstanden!

Orgelmusik: Er ist erstanden, Halleluja

 

Liebe Osternachtgemeinde,

Der Herr ist auferstanden 

ER ist wahrhaftig auferstanden!

So lautet die beinahe unglaubliche Botschaft von der Auferstehung Jesu Christi.

Immer wieder haben die Menschen daran gezweifelt.

Sogar den Frauen am Grab am Ostermorgen musste erst ein Engel, die offensichtliche Tatsache des leeren Grabes erklären.

Und später, als der Auferstandene den Jüngern erschien, aber Thomas nicht dabei war, zweifelte der die begeisterten Schilderungen der anderen Jünger an und bestand darauf, dass er Jesus selber sehen und dessen Wunden eigenhändig berühren wollte, bevor er glauben könnte, dass Jesus von den Toten wirklich auferstanden ist.

Oder die beiden Jünger, die sich nach dem Tod von Jesus nach Emmaus absetzen wollten.

Ihnen musste der Auferstandene erst alles haargenau erklären und ihnen beim Abendessen das Brot teilen, damit auch sie erkannten:

Der Herr ist auferstanden.

Was also soll dieser Osterruf:

            Er ist wahrhaftig auferstanden!?

Das ist sozusagen das intensivste und zugleich kürzeste Glaubensbekenntnis, das wir Christen haben.

Es bedeutet:

Gott ist Liebe

und seine Liebe bedeutet für uns Leben!

Leben mit Gott - hier und jetzt und in Ewigkeit.

Denn seine Liebe ist sogar stärker als der Tod.

Als Zeichen dafür hat Gott Jesus nicht im Tod gelassen, sondern am Ostermorgen zurück ins Leben und somit zu sich geholt.

Gerade in Zeiten wie diesen, wenn eine Viruserkrankung die ganze Welt aus der Bahn zu werfen scheint, ist es doch besonders wichtig, dass wir in unserem Glauben einen festen Halt haben können.

Einen festen Halt im Leben hier und jetzt

und sogar darüber hinaus!

Auch wenn wir im Moment den weiteren Verlauf und das mögliche Ende der Corona-Pandemie noch gar nicht absehen können, ist es wichtig, dass wir die Osterbotschaft im wahrsten Sinn des Wortes persönlich nehmen.

Denn Jesus ist für jede und jeden von uns gestorben und auferstanden, damit auch wir

mit ihm leben, sterben und auferstehen werden.

Und so weiß ich, wohin mein Weg durchs Leben mit letztlich bringen wird:

trotz Umwegen, Irrwegen oder Sackgassen und unabhängig davon, ob Krankheit, Einsamkeit, Armut oder Tod mich aus der Bahn werfen oder vom rechten Weg abbringen, der auferstandene Christus begleitet mich und bringt mich am Ende auf jeden Fall sicher ans Ziel bei Gott.

Darum, liebe Gemeinde,

feiern wir alle Jahre wieder das Osterfest –

und gerade in Zeiten wie diesen ist es besonders wichtig, dass wir immer wieder daran denken und es uns auch immer wieder sagen:

Der Herr ist auferstanden –

ER ist wahrhaftig auferstanden.

Frohe Ostern Amen.

Der Friede Gottes, der höher ist als all unser Verstehen, bewahre uns Herz und Verstand in Christus Jesus, unserem auferstandenen Bruder und Herrn. Amen.

 

Musik zum Osterfest

 

FÜRBITTEN:
 

Lasst uns beten:

Allmächtiger Gott, barmherziger Vater,

wir denken an die Menschen, die in Dunkelheit leben, und bringen sie in unseren Bitten vor dich:

Die Kranken und die, die in der Angst leben, sich mit dem Virus anzustecken.

Die Einsamen, die in diesen Wochen ihre Gesprächspartner verloren haben.

Die Armen, die kaum mehr Hilfe finden.

Die Flüchtlinge, die unbeachtet von der Welt in Lagern hausen.

Die Opfer von Gewalt und Kriegen, die trotz Corona weitergehen.

Alle Menschen, die leiden und trauern, legen wir in Dein Erbarmen. Sei ihnen gnädig und nahe mit deiner Hilfe.

Für uns, die wir so oft das Licht der Auferstehung in den Dunkelheiten unseres Lebens übersehen. Schenke uns wache Sinne und ein williges Herz.

Und alles, was uns sonst noch wichtig ist, nehmen wir mit hinein in das Gebet Jesu Christi und beten gemeinsam:

 

Vater unser im Himmel.

 

SEGEN:

 

   Es ist Ostern!

Die Botschaft von der Auferstehung Jesu Christi

berühre euer Herz und mache euer Leben hell.

 

   Es ist Ostern!

Steht auf und geht den Weg,

den Gott mit euch gehen will.

 

   Es ist Ostern!

Nehmt seine Liebe zum Leben an und gebt sie weiter.

 

So segne und beschütze euch der dreieinige Gott

V  Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen.

 

 

Karfreitag 2020 –              

Im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.       G Amen.

Liebe Gemeinde,

Leiden hat viele Gesichter.

Heute, am Karfreitag, kommen wir zusammen, weil wir dem nicht ausweichen wollen,

nicht ausweichen können.

Wir kommen zusammen unter dem Kreuz und hören davon, wie Jesus selbst gelitten hat

und gestorben ist.

Für uns, hat er das getan.

Für uns hier und heute

und für alle Menschen, deren Leben vom Leid gezeichnet ist.

Wir kommen zusammen im Vertrauen auf Gott, von dem uns die Bibel sagt:

,,Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben." (Joh 3,16)    Amen.

 

Lasst uns beten:

Allmächtiger Gott, barmherziger Vater,

du hast deinen Sohn Jesus Christus nicht verschont, sondern ihn für uns alle in den Tod gegeben. Wir bitten dich: Lass uns im Leben und Sterben darauf vertrauen und ihm nachfolgen. Durch ihn, unsern Herrn Jesus Christus, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert, jetzt und allezeit und in Ewigkeit.

G      Amen.

 

Evangelium: Joh 19,16-30 Jesu Kreuzigung und Tod

Da überantwortete Pilatus ihnen Jesus, dass er gekreuzigt würde.

Sie nahmen ihn aber,

und er trug selber das Kreuz und ging hinaus zur Stätte, die da heißt Schädelstätte, auf Hebräisch Golgatha.

Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere zu beiden Seiten, Jesus aber in der Mitte.

Pilatus aber schrieb eine Aufschrift und setzte sie auf das Kreuz; und es war geschrieben: Jesus von Nazareth, der Juden König.

Diese Aufschrift lasen viele Juden, denn die Stätte, wo Jesus gekreuzigt wurde, war nahe bei der Stadt. Und es war geschrieben in hebräischer, lateinischer und griechischer Sprache.

Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilatus: Schreibe nicht: Der Juden König, sondern dass er gesagt hat: Ich bin der Juden König.

Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben.

Die Soldaten aber, da sie Jesus gekreuzigt hatten, nahmen seine Kleider und machten vier Teile, für jeden Soldaten einen Teil, dazu auch den Rock. Der aber war ungenäht, von oben an gewebt in einem Stück.

Da sprachen sie untereinander: Lasst uns den nicht zerteilen, sondern darum losen, wem er gehören soll. So sollte die Schrift erfüllt werden, die sagt (Psalm 22,19): »Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und haben über mein Gewand das Los geworfen.«

Das taten die Soldaten.

Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, die Frau des Klopas, und Maria Magdalena.

Als nun Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, das ist dein Sohn!

Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.

Danach, als Jesus wusste, dass schon alles vollbracht war, spricht er, damit die Schrift erfüllt würde: Mich dürstet.

Da stand ein Gefäß voll Essig. Sie aber füllten einen Schwamm mit Essig und legten ihn um einen Ysop und hielten ihm den an den Mund.

Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht. Und neigte das Haupt und verschied. Amen.

 

< Osterkerze löschen >

 

Liebe Gemeinde,

Angst vor dem Sterben zu haben ist menschlich, zutiefst menschlich. Angst davor, dass Sterben mit starken Schmerzen verbunden ist. Angst davor, jung zu sterben. Doch die größte Angst ist die davor, einsam zu sterben. In dem Tod Jesu kommt all dies zusammen: Jesus stirbt als junger Mann qualvoll am Kreuz, verlassen von nahezu all seinen Freunden. Auch Jesus hat Angst vor all dem, doch der ihm bevorstehende Weg ist unumgänglich. Nur einer der Jünger hat noch den Mut aufgebracht, Jesus bis nach Golgatha zu begleiten, sowie Jesu Mutter und noch zwei weitere Frauen. Und selbst in seinen letzten Lebensmomenten können sie ihm kaum etwas von der Zuwendung schenken, die man einem Sterbenden schenken möchte: Seine Hand halten, ein tröstendes Wort zusprechen, gemeinsam das Unerträgliche ertragen – all dies ist ihnen auf Golgatha verwehrt. Selbst um ihm etwas zu trinken zu reichen, müssen sie einen Schwamm tränken und auf einem Rohr befestigen. Mit letzter Kraft will der sterbende Jesus noch seine letzten Dinge regeln: „Siehe, das ist dein Sohn“, spricht er zu seiner Mutter, „siehe, das ist deine Mutter“, zu dem Jünger. Er will mit seinem Leben bewusst und zumindest ein wenig noch im Guten abschließen: „Es ist vollbracht.“ Er will sich noch einen letzten Rest Würde bewahren, wenngleich das Kreuz ihn seiner ganzen Würde zu berauben scheint.

Wie kein anderes Bild manifestiert das Kreuz die Verlassenheit: Jesus stirbt verlassen von der Welt – aber auch verlassen von Gott. Denn Gott hatte diesen Weg für Jesus so vorgesehen, dass er leiden und sterben sollte, um die Schuld der Welt hinwegzunehmen. Er, der Vater hat beschlossen, seinen Sohn zu verlassen und ihn dem Tod zu überantworten, damit die Welt mit ihm versöhnt würde. Er hat es um unseretwillen getan. Dies ist es, was der der Tod Jesu für uns bedeutet. Doch was bedeutet Jesu Tod für Gott? Der Vater verliert sein einziges Kind und erleidet damit den größten Schmerz überhaupt. In dem Augenblick, da der Sohn sein Haupt neigt, weicht die Allmacht des Vaters der Ohnmacht. Gott verschließt sich nicht dem Leid, sondern setzt sich diesem selbst aus. Doch gerade indem Gott diese Ohnmacht zulässt, kann er sich als allmächtig erweisen: Bis in den Tod geht Gott mit, um von dort aus den Weg in die entgegengesetzte Richtung zu bahnen.

So dunkel der Schatten auch ist, der von Golgatha ausgeht, er gibt uns doch eine tröstende Botschaft mit auf den Weg: Uns Christen bleibt das zu tun, was die Frauen und der eine Jünger getan haben: Für einen Sterbenden da zu sein, die Angst vor dem Sterben gemeinsam auszuhalten. Denn Angst vor dem Sterben zu haben ist menschlich, zutiefst menschlich. Auch Jesus hatte Angst vor dem Sterben. Doch daran zeigt sich, dass der wahre Gott, der dort am Kreuz stirbt, wahrer Mensch ist. Denn „so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern das ewige Leben hat.“ Niemand auf dieser Welt soll mehr gottverlassen sterben – dies hat Jesu Tod ein für allemal aus der Welt geschafft. Amen.

Der Friede Gottes, der höher ist als all unser Verstehen, bewahre und Herz und Verstand in Christus Jesus. Amen.

 

Gebet:Lasst uns beten:

Ewiger Gott,

 

Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn, und mit seinen Worten beten wir gemeinsam zu dir:

Vater unser im Himmel...

 

So lasst uns nun still in den Karfreitag und

 -samstag gehen.

Gott befohlen und auf Wiedersehen!

 

©Lena Schaefer

3. Andacht

Grüß Gott liebe Gemeinde zur  Kurzandacht in der Christuskirche.

 

Wir sind fast am Ende der Passionszeit angekommen. Die Karwoche beginnt und mit ihr feiern wir morgen Palmsonntag.

Das Evangelium dieses Sonntags erzählt zwar von den lauten Jubelrufen, dem Hosianna beim Einzug Jesu in Jerusalem. Doch bei uns ist es  heuer anders. Es ist leiser, beklemmender geworden.

Eine Vorfreude auf Ostern ist schwer vorstellbar.
Auch das Predigtwort aus dem Markusevangelium erzählt eine passende, eine leise Geschichte:
Jesus, der sonst auf die Menschen zugeht, sie berührt und ihnen Gutes tut, erfährt hier selbst etwas Gutes.

Das Evangelium  berichtet von einer Frau, die während Jesus mit seinen Jüngern beim Essen sitzt, hereinkommt, ein Gefäß mit kostbarstem Öl aufbricht und Jesus damit den Kopf, die Haare salbt.

Einige werden ärgerlich wegen der Verschwendung aber nicht so Jesus. Er lobt das Verhalten als angemessen.

Was für eine Geschichte in diesen Zeiten.

Eine Geschichte von Berührung und Nähe in Zeiten von Kontaktbeschränkungen und Mahnung zum Abstandhalten.

In Zeiten von „Corona“ wird die körperliche Zuwendung weniger. Das versteht man – mit dem Kopf. Trotzdem ist es schwer: wenn Berührungen und Nähe verboten sind, man die Kinder, den Partner, die Partnerin nicht mehr in den Arm nehmen kann, weil die Besuche im Pflegeheim eingeschränkt sind; wenn man nicht mehr den kranken Vater auf der Intensivstation besuchen kann; wenn selbst Besuche von Seelsorgern ausbleiben.

Körperliche Zuwendung ist so lebensnotwendig. Menschen brauchen Zuwendung. Auch der Mensch Jesus.

Eine Frau zerbricht ein schönes Gefäß und gießt das Öl vollständig auf Jesu Kopf. Der Wert des Nardenöls macht den Jahreslohn eines einfachen Arbeiters aus. Jeder rationale Mensch, hätte diese Verschwendung wohl angeprangert: „Woanders hungern die Menschen und diese Frau wirft das Geld sinnlos zum Fenster raus.“ 

Doch Jesus unterbricht die Schimpfenden und zeigt uns, warum die Frau mit dem Öl ein gutes Werk getan hat.

Ein gutes Werk, weil die Frau den richtigen Zeitpunkt erahnt und genutzt hat.
Die Armen habt ihr immer bei euch, mich aber habt ihr nicht allezeit. Die Frau hat offensichtlich verstanden: Jetzt ist der Zeitpunkt, um an Jesus zu handeln. Sie schiebt ihre Tat nicht auf die lange Bank und handelt.
Wunderbar ist es, wenn Menschen erkennen, was nötig ist und sich nicht aus Angst vor Kritik und Bedenken davon abhalten lassen.

Politische Entscheidungen und Hilfsmaßnahmen gehen so schnell wie nie durch die Gremien; Kirchengemeinden gehen „online“, auch wenn nicht alles dabei „Topqualität“ und bis ins Letzte ausgereift ist; Menschen singen von Balkonen ihren Nachbarn Mut zu; und endlich kann man auch wieder Freunde einfach so anrufen ohne zu denken: „Die sind eh nicht da!“

Jetzt ist die Zeit, zu tun, was dran ist. Die Frau tut, was jetzt dran ist: Jesus zu salben. Jesus ist ihr wichtig und ihm will sie jetzt Gutes tun.

Eine weitere Begründung ist: Sie hat getan, was sie konnte!
Sie war – so erzählen es die anderen Evangelien – eine Prostituierte. Körperliche Nähe war ihr Geschäft. Und ihre Tat an Jesus ist eine ganz innige, ja fast intime Begegnung. Jesus am Kopf berühren, seine Haare mit dem kostbaren Öl begießen, das drückt außergewöhnliche Nähe und Zuwendung aus. Vielleicht weiß sie auch sonst keine andere Möglichkeit, ihm etwas Gutes zu tun. Und Jesus lässt es geschehen.
Mir macht das Mut: Jesus verlangt nichts von mir, was meine Möglichkeiten übersteigt. Jesus weiß um meine Grenzen und will mich nicht überfordern.
Ein italienischer Bischof hat kürzlich per Videobotschaft den Menschen, die in den Krankenhäusern arbeiten, den Ärztinnen und Pflegern einen Auftrag gegeben: „Wenn ihr könnt, dann zeichnet den Sterbenden ein Kreuz auf die Stirn.“ Ob sie es tun? Ob sie sich das trauen?
Im Evangelium heißt es, dass die Frau echtes, unverfälschtes Öl dabei hatte. Echtheit und Ehrlichkeit ist im Umgang mit Jesus und mit unseren Mitmenschen gefragt. Wenn ich für jemanden einkaufen gehen kann – gut. Wenn ich ein Gebet sprechen kann – gut! Doch echt soll es sein, wenn ich Jesus oder meinen Mitmenschen Gutes tun will.

Und schließlich: Jesus sagt:
Diese Frau hat meinen Leib im Voraus gesalbt zu meinem Begräbnis.
Im Orient wurde der Leichnam einbalsamiert, bevor dieser dann in ein Felsengrab gelegt wurde. Die Salbung, ein letzter Akt der Liebe und Ehre, den man einem Menschen erweisen konnte.
Diese Toten-Salbung des lebendigen Jesus geschieht kurz vor dem letzten Mahl. Wohl ohne es zu wissen hat die Frau Jesus zum König gesalbt. Eine Art König, ganz anders als sich ihn viele gewünscht oder vorgestellt hatten: Der Thron in dieser Welt als Kreuz, und als Krone wird ihm eine Dornenkrone auf sein Haupt gesetzt. Jesus wird nach diesem Mahl den Weg durchleiden bis zum Sterben und Tod am Kreuz.

Und so langsam fange ich an zu begreifen, wie groß das ist, was die Frau getan hat. So groß, dass man sich immer da, wo das Evangelium gepredigt wird an sie erinnert.
Vielleicht hat diese Tat Jesus die Kraft gegeben, den Weg ins Leiden zu gehen.
Dieses Liebeswerk zeigt was Evangelium bedeutet: Nicht Worte zählen, nicht der erhobene Zeigefinger, der mahnt: Du musst, du solltest ...! Sondern die Tat, die Liebestat zählt: die Tat, die den andern sucht und dem andern nahekommt. 

Ich stelle mir vor, wie der Duft des Nardenöls den ganzen Raum durchdringt: den Raum, in dem Simon sitzt, der weiß, was Krankheit bedeutet; den Raum, in dem die Jünger sitzen und es vorher nach Angst und Schweiß roch;

ich stelle mir vor, wie der Duft das ganze Haus durchströmt und alle schlechten Gerüche wegnimmt; wie die Jünger, wie wir eingehüllt werden von diesem Duft und miteinander den Psalm anstimmen: Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.

Amen

 

So wollen wir beten:

Du lässt uns atmen, heiliger Geist.
Komm und hilf,

wenn uns die Luft auszugehen droht –

weil uns die Last und die Angst vor der Zukunft erdrücken, weil wir nicht wissen wie es weitergeht,
weil wir oder unsere Mitmenschen krank sind,

an körperlichen Leiden oder auch krank vor Einsamkeit und dem Gefühl innerer Unruhe.

Weil uns die Veränderungen gerade zu viel sind,
oder weil wir die Enge nicht mehr ertragen

durch die Ausgangsbeschränkungen und Verordnungen, denen wir unterworfen sind.

Lass uns froh werden in der Gewissheit, dass Du, dreieiniger Gott immer bei uns bist.

Hauch uns neues Leben ein im Vertrauen auf deine Liebe und Fürsorge uns gegenüber.


Deinen göttlichen Atem des Lebens.
Amen.

 

Und gemeinsam beten wir.

 

Vater unser im Himmel .....

 

 

(Frank Schuberth)

2. Andacht

 

Sonntag Judika:

Schön, dass Sie/ dass ihr auch dieses Mal unsere Videoandacht zum Sonntag Judika in unserer Christuskirche in Mainleus anschaut.

 

Was das alles mit dem Bild zu tun hat, dass sie zu Beginn gesehen haben, erfahren Sie gleich. Zuerst hören Sie das Markusevangelium im 10. Kapitel:

Da gingen zu ihm Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, und sprachen zu ihm: Meister, wir wollen, dass du für uns tust, was wir dich bitten werden. Er sprach zu ihnen: Was wollt ihr, dass ich für euch tue? Sie sprachen zu ihm: Gib uns, dass wir sitzen einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken in deiner Herrlichkeit. Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr wisst nicht, was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder euch taufen lassen mit der Taufe, mit der ich getauft werde? Sie sprachen zu ihm: Ja, das können wir. Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr werdet zwar den Kelch trinken, den ich trinke, und getauft werden mit der Taufe, mit der ich getauft werde; zu sitzen aber zu meiner Rechten oder zu meiner Linken, das zu geben steht mir nicht zu, sondern das wird denen zuteil, für die es bestimmt ist. Und als das die Zehn hörten, wurden sie unwillig über Jakobus und Johannes. Da rief Jesus sie zu sich und sprach zu ihnen: Ihr wisst, die als Herrscher gelten, halten ihre Völker nieder, und ihre Mächtigen tun ihnen Gewalt an. Aber so ist es unter euch nicht; sondern wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein; und wer unter euch der Erste sein will, der soll aller Knecht sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele.
Amen.

 

 

 

„Weltmacht mit drei Buchstaben?“ – „Ich“. 
Manche denken eben: „Die Welt dreht sich nur um mich.“

Der Domherr und Naturwissenschaftler Nikolaus Kopernikus, den Sie vorhin auf dem Bild gesehen haben, hat im Mittelalter die Weltsicht verändert. Seine Einsicht war: nicht die Sonne dreht sich um die Erde, sondern die Erde um die Sonne. „Kopernikanische Wende“ hat man das später genannt: wir sind nicht die Mitte des Universums, die Mitte der Welt. Manchmal scheint es aber so, als wäre diese Wende an uns vorbei gegangen: Wir reden immer noch vom „Lauf der Sonne“ und halten uns selbst für den Mittelpunkt der Welt.

Jakobus und Johannes, die beiden Jesusjünger, hielten sich wohl auch für den Mittelpunkt der Welt. Sie bitten Jesus für sich, nur für sich: „Bitte, wir möchten im Himmel neben dir sitzen!“ Sie möchten sich jetzt schon mal den besten Platz im Himmelreich sichern.

„Ich zuerst“ – das kennt man in der jetzigen Zeit zum Beispiel aus dem Supermarkt: Hauptsache ich habe genug Toilettenpapier, Nudeln, Konserven.

In anderen Ländern geht es schon nicht mehr nur um Toilettenpapier, sondern um Krankenhausbetten und um Beatmungsgeräte! „Hauptsache, ich“; „Hauptsache meine Familie“.

Jesus sagt zu Jakobus und Johannes: „Neben mir zu sitzen - das kann ich euch nicht geben;“ „das wird denen zuteil, für die es bestimmt ist“. Wer das sein wird, sagt er nicht. Aber er zeigt seinen Jüngern eine andere Sicht auf das Leben: „Wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein.“ Jesus selbst geht auf diesem Weg des Dienens voran. Er ist gekommen, um den Menschen zu dienen und dafür auch sein Leben zu geben. 

Die kopernikanische Wende unter den Menschen – sie steht noch aus. Jeden Tag sich daran erinnern, dass wir nicht der Mittelpunkt der Welt sind.

„Wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein.“

Wer groß sein will, dreht sich um die anderen, macht den Nächsten zum Mittelpunkt und fragt: Wie kann ich dir dienen – wie kann ich dir behilflich sein? 

 

 

Wir wollen beten:

Gütiger Gott,
dein Sohn hat uns gedient und sein Leben für uns gegeben.
Durch ihn bitten wir dich: Erfülle uns mit seinem Geist,
damit wir einander dienen in geschwisterlicher Liebe.

Gib den Mächtigen den Willen und die Kraft, gegen Hass und Unterdrückung vorzugehen und gib allen Verantwortlichen Weisheit und Umsicht in der Krise.

Stärke alle in den Krankenhäusern, Altenheimen, Behinderteneinrichtungen, in den Supermärkten und in den Transportunternehmen.

Erlöse uns von dem Wahn, die Größten sein zu müssen; bewahre uns vor Schuldzuweisungen; mache uns aufmerksam dafür, wo andere bedrückt werden – auch durch uns.

Hilf uns zu einem Miteinander, in dem einer die Last des anderen trägt.
Lass unsere Verstorbenen im Licht deiner Liebe geborgen sein.

Gütiger Gott, du erlöst uns durch die Macht der Liebe. Ihr vertrauen wir durch deinen Sohn Jesus Christus.

 

Gemeinsam beten wir:

Vater unser im Himmel...
 

 

Gehalten von Christina Hübner

(Quellen: : http://www.gottesdienstinstitut.org/Hinweise-und-Anregungen-zum-kirchlichen-Leben-in-Zeiten-der-Corona-Pandemie.htm)

 

1. Andacht

Sonntag Laetare:

Herzlich willkommen zu dieser ersten Andacht in der Christuskirche in Mainleus.

Außergewöhnliche Umstände erfordern manchmal außergewöhnliche Maßnahmen. Nachdem nun alle Gottesdienste und kirchengemeindlichen Veranstaltungen bis auf weiteres abgesagt sind, haben wir uns entschlossen, diese Andacht zu machen und sie auf Facebook zu stellen.

Die Osterkerze brennt als Zeichen der Gegenwart Jesu Christi

hier und jetzt und als Symbol der Hoffnung.

 

Gnade sei mit euch und Friede von dem, der da ist, der da war

und der da kommt. Amen.

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus,

der Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes,

der uns tröstet in aller unserer Bedrängnis,

damit auch wir trösten können, die in allerlei Bedrängnis sind,

mit dem Trost, mit dem wir selber getröstet werden von Gott.                                                                                                       2. Korinther 1,3.4

Laetare – Freut euch! So lautet der Name des Sonntags mitten in der Passionszeit.

Aber mit der Freude ist es momentan nicht besonders weit her.

Es herrscht allgemeine Ausgangsbeschränkung

und wir sollen unsere zwischenmenschlichen Beziehungen

auf ein absolutes Minimum beschränken.

Das Leben findet nur noch daheim und im kleinsten familiären Kreis oder vollkommen allein statt.

Sonst übliche Treffen und gewohnte Begegnungen finden nicht mehr statt. Und wenn man sich dann doch mal trifft – auf der Straße oder an der Kasse im Supermarkt – hält man Abstand. Sicherheitshalber!

Man weiß ja nie …

Und ungewollt macht man sich dann so seine Gedanken,

wie das alles noch weitergehen soll.

Wird es noch schlimmer oder besteht nicht doch berechtigte Hoffnung auf Besserung?

Ein Bibelwort, das in letzter Zeit sehr häufig zitiert wird, lautet:

Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht,

sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.

Eine wundervolle Zusage ist das!

Denn da wird nichts beschönigt oder verharmlost.

Ja, es gibt schwierige Zeiten im Leben,

die uns unter Umständen sogar Angst einjagen.

Aber damit werden wir nicht allein gelassen.

Gott steht uns mit seinem guten / Heiligen Geist zur Seite und hilft uns, mit unseren Problemen und sogar mit den aktuellen Herausforderungen zurecht zu kommen.

Dazu schenkt ER uns die nötige Kraft. Und wenn wir es allein nicht schaffen, müssen wir nicht verzweifeln. Denn da sind ja auch noch andere, die helfen können und möchten.

Und dies alles im Zeichen der Liebe.

Man kann es auch Solidarität nennen.

Egal – Hauptsache, wir sehen nicht immer nur uns selbst, sondern auch die Bedürfnisse unserer Mitmenschen!

Und das tun wir dann hoffentlich mit der nötigen Besonnenheit.

Und es ist wirklich erstaunlich, was sich Menschen in diesen schwierigen Zeiten alles einfallen lassen, um einander weiterzuhelfen.

Die einen zünden Kerzen im Fenster an und singen Lieder vom Balkon, um ein Zeichen der Hoffnung zu geben.

Andere gehen für ältere Nachbarn einkaufen und desinfizieren sogar das Wechselgeld, um auf Nummer Sicher zu gehen.

Wieder andere nehmen sich ihr altes Adressbuch und rufen endlich mal wieder Freunde und Bekannte an, mit denen sie schon lange nicht mehr gesprochen haben.

Nutzen wir diese Tage und Wochen, in denen wir unfreiwillig ausgebremst worden sind, um darüber nachzudenken, wie es in unserem Leben aussieht und was für uns wirklich wichtig ist.

Dabei brauchen wir nicht Trübsal zu blasen, sondern können phantasievoll neue Freiräume und Möglichkeiten entdecken.

Denn: Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht,

sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.

Vielleicht sollten wir auch darüber wieder einmal nachdenken und dementsprechend handeln.

Übrigens:

Als Erinnerungsstütze daran und Einladung zum Gebet

läuten die Kirchenglocken morgens, mittags und abends.

Natürlich dürfen wir auch jederzeit, einfach so mal zwischendurch mit Gott reden, sein Wort lesen und auf ihn hören. Amen.

 

Lasst uns beten:

Allmächtiger Gott, barmherziger Vater,

wir bitten dich um dein heilsames und frohmachendes Wort, dass es auch in diesen Tagen zu den Menschen kommt und in ihre Herzen dringt.

Wir bitten für alle, die in Politik und Gesellschaft,

in den Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen,

in Wissenschaft und Wirtschaft Verantwortung tragen:

Sende deinen Geist, gib Weisheit und Verstand,

Kraft und Liebe für die ihnen Anvertrauten.

Wir bitten um Vernunft und Einsicht,

um Geduld und Nächstenliebe bei allen Menschen.

Sei bei den Kranken und Sterbenden.

Mach uns alle gewiss, dass du bei uns bist und uns begleitest –

heute und in Ewigkeit.

Und alles, was uns sonst noch wichtig ist,

was unser Denken und Fühlen bestimmen will,

nehmen wir mit hinein in das Gebet Jesu Christi und wir beten zu dir:

 

Vater unser im Himmel.

Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.

 

Und so lebt unter dem Segen Gottes:

 

Der HERR segne dich und behüte dich;

der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig;

der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

 

Quelle: Pfarrer Michael Schaefer

 

 

 

 

 

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