Gedanken zum Monatsspruch für April

Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

                                               Evangelium nach Matthäus, Kapitel 28, Vers 20

 

Vor vielen hundert Jahren, als man noch glaubte, dass die Erde eine Scheibe sei, kursierte die Vorstellung, dass man auf dem Ozean bis an den Rand der Erde segeln könnte. Und dann? Was würde die Seefahrer dort erwarten? Ein Ungeheuer? Ein unendlich tiefer Abgrund? Das Tor zur Hölle? Eins stand fest: Dort war das Ende aller Gewissheit. Dementsprechend war die Angst, zu diesem Punkt zu gelangen, groß.

Mittlerweile ist ja erwiesen, dass die Erde keine Scheibe ist - unserer Fortbewegung in alle Himmelsrichtungen sind quasi keine Grenzen gesetzt. Doch was wir auch nach so langer Zeit noch mit den Seefahrern von damals gemeinsam haben, ist die Angst vor der Ungewissheit. Sicher, Wissenschaft und Technik ermöglichen und erleichtern Vieles. Aber auf die Frage, was uns am Ende wirklich erwartet, wissen auch sie keine Antwort. Was kommt dann?

Auch die Jünger Jesu sahen sich mit dieser Frage allein gelassen. Der, dem sie nachgefolgt waren, war tot. Er, der von der Liebe Gottes gepredigt hatte, war wie ein Schwerverbrecher hingerichtet worden. Worauf sollen sie sich jetzt noch verlassen, und wie soll es nun weitergehen?

Doch Golgatha ist nicht das Ende ihres Weges mit Jesu - sondern ein Neuanfang! Die Verheißung, dass der Sohn Gottes leiden, sterben und am dritten Tage auferstehen werde, erfüllt sich! Als Jesus den Jüngern auf einem Berg erscheint, wollen einige von ihnen ihren Augen nicht trauen. Aber er ist es wirklich, und er beauftragt sie, dass sie seine Botschaft in die Welt hinaustragen sollen. Dem fügt er hinzu: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“

Das Ende der Welt ist also nicht das große Nichts – sondern die Gemeinschaft mit Gott. Gemeinschaft, die über den Tod hinausreicht - diese Gewissheit hat uns Gott durch seinen Sohn Jesus Christus geschenkt.

 

Ein frohes und gesegnetes Osterfest wünscht Ihnen

 

Lena Schaefer (cand.theol.)

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