Gedanken zum Monatsspruch Februar

 

Alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung,

zur Erziehung in der Gerechtigkeit.

 

2. Timotheusbrief

Kapitel 3, Vers 16

 

So einen Vers heutzutage noch als Monatsspruch vorzugeben. Also, nein! Das darf doch wohl nicht wahr sein. Das war meine erste Reaktion. Denn:

Was für ein Unsinn und wieviel Unrecht ist mit der Bibel angestellt worden, weil manche ihrer Benutzer meinten, die Heilige Schrift ist wortwörtlich (= verbalinspiriert!) von Gott den Schreibern eingegeben worden und darum dementsprechend buchstabengetreu zu verstehen und anzuwenden.

Doch bei genauer (und ruhiger!) Betrachtung kann sich dieser Vers als ein Schätzkästchen erweisen.

Es fängt schon damit an, dass es um die Heilige Schrift als Ganze geht. Sie ist also weder als „Steinbruch“ noch zum „Rosinen herauspicken“ gedacht, sondern in ihrer Gesamtheit zu sehen.

Als Nächstes ist sie „nütze“, dass meint: die Bibel ist sinnvoll und hilfreich für einzelne Bereiche unseres christlichen Glaubens. Sie bietet Erfahrungen von Menschen aus verschiedenen Zeiten und unterschiedlichen Regionen. Dabei geht es um Inhalte („Lehre“), Orientierungshilfe („Zurechtweisung“) um den richtigen Weg zu erkennen, gegebenenfalls notwendige Korrekturen von Fehlern („Besserung“) und der gemeinsamen Entwicklung zum Guten („Erziehung in der Gerechtigkeit“).

Dazu müssten wir uns aber auch mit der Bibel beschäftigen: im persönlichen Studium (= Lesen) und gemeinsam im Gespräch, in Gottesdienst, Bibelstunde oder ökumenischen Alltagsexerzitien.

Der „liebe Gott“ hat uns genügend Verstand „zwischen die Ohren“ gegeben. Nutzen wir diesen, um uns mit seinem Wort auseinanderzusetzen, nach seinem Willen für uns zu fragen und mit seiner Hilfe den richtigen Weg mit IHm zu gehen.

 

Ihr Pfarrer Michael Schaefer

 

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