Gedanken zum Monatsspruch Januar 2025
Du sollst den HERRN, deinen Gott,
lieben mit ganzem Herzen,
mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft.
Deuteronomium
= 5. Buch Mose
Kapitel 6, Vers 5
„Mit Haut und Haar“ – also vollkommen, ganz - ohne eine Ausnahme!
So kann man den Monatsspruch kurz zusammenfassen.
Aber stellt sich nicht viel eher die grundsätzliche Frage: kann man zu lieben überhaupt fordern oder gar anordnen?
Hier geht es nicht um die bloße, formale Erfüllung einer religiösen Vorschrift, sondern vielmehr um den Versuch, auf dreifache Weise die Liebesbeziehung zu Gott zu beschreiben. Um Art und Intensität der Liebe zu verdeutlichen, werden drei „Organe“ bzw. Quellen genannt:
Das „Herz“ als Sitz von Verstand und Gefühl symbolisiert den Kern, das Wesen des Menschen. Mit „Seele“ ist die Lebenskraft mit ihren geistigen Fähigkeiten und emotionalen Ausprägungen gemeint. Der „Kraft“-Begriff fasst die beiden vorigen noch einmal zusammen und umschreibt die Ganzheitlichkeit der Liebesbeziehung zu Gott.
Später hat Jesus die Frage nach dem höchsten Gebot mit dem „Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein“ beantwortet und dem das Gebot der Nächstenliebe hinzugefügt (Mk 12,28– 34). Kein anderes Gebot sei größer als diese beiden (Mk 12,31).
Wie also können wir Gott lieben?
Wie in jeder Liebesbeziehung spielt die Freude am geliebten Gegenüber eine wichtige Rolle. Also freuen wir uns an Gott und lieben ihn!
Denn ER hat uns zuerst geliebt. Ganz im Sinne von Psalm 103:
Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat. (Ps 103,2).
Ihr Pfarrer Michael Schaefer
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