Gedanken zum Monatsspruch Januar:

Viele sagen: Wer wird uns Gutes sehen lassen?

HERR, lass leuchten über uns das Licht deines Antlitzes!“ (Ps. 4,7)

 

Kennen Sie das, wenn Ihnen ein Licht aufgeht? Da grübelt man tage- und nächtelang über eine Frage, und mit einem Mal steht die Lösung ganz klar vor Augen; es tut sich eine völlig neue Perspektive auf. Das frühere Problem scheint sich wie in Luft aufgelöst zu haben, und freudig lassen wir nun Gedanken und Worten echte Taten folgen. Ein solches Erlebnis motiviert uns, dass wir uns zutrauen, mutig an weitere Herausforderungen heranzutreten, im Wissen darum: Ich hab’s ja schon mal geschafft! Probleme zu lösen lässt uns reifer werden, mit jedem Tag werden wir reicher an Erfahrungen und Wissen – der Mensch ist das „weltoffene“ Wesen, so hat es der Theologe Wolfhart Pannenberg einmal formuliert.

Im Laufe unseres Lebens begreifen wir immer mehr und verstehen tiefere Zusammenhänge, wir werden gleichsam angetrieben von der Suche nach Antworten auf die großen Fragen, die uns beschäftigen; Fragen wie die, ob unser Leben einen Sinn hat, oder ob uns etwas nach dem Tod erwartet – somit ist der Mensch gleichzeitig auch ein für Gott offenes Wesen. Schon in vorchristlicher Zeit haben die Menschen solche Fragen gestellt, wie wir im vierten Psalm sehen können: „Viele sagen: Wer wird uns Gutes sehen lassen?“ Dass alles einem guten Ziel dient, war und ist die Hoffnung vieler Menschen und der Antrieb ihres täglichen Handelns. Dieser wichtigen Frage lässt der Psalmbeter eine Bitte folgen: „HERR, lass leuchten über uns das Licht deines Antlitzes!“ (Ps 4,7) All unser Denken, Begreifen und Tun ereignet sich vor dem Horizont der ewigen Gegenwart Gottes; und durch ihn erhoffen wir schließlich auch zu erkennen, was das wahrhaft Gute ist, auf dass wir daraus Trost und Kraft schöpfen können, um den Herausforderungen des Lebens gelassen entgegenzutreten.

 

 

 

Lena Schaefer, mag. theol.

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