Gedanken zum Monatsspruch für Januar

 

Jahreslosung 2019: Suche Frieden und jage ihm nach! (Ps 34,15)
Sie muss doch hier irgendwo sein! Ich habe sie doch gestern noch gesehen! Eine Brille verschwindet doch nicht so einfach. Wie oft haben wir Dinge ge-sucht, verzweifelt und sie dann irgend wann doch im letzten Winkel des Badezimmers oder im Handschuhfach des Autos wiedergefunden, nach-dem man schon beinahe die Hoffnung aufgegeben hatte. Und kein Witz, es hat schon jemand die Brille gesucht und hatte sie auf dem Kopf, einfach hochgeschoben und vergessen.
Vor vielen Jahren, ich war in Examensvorbereitung, suchte ich einen ganzen Tag lang ein bestimmtes Buch „Grundlagen der Dogmatik“. Es war nicht zu finden. Ich stellte meine ganze Bude auf den Kopf. Das Buch kam nicht zum Vorschein. Irgendwann hatte ich es dann aufgegeben weiter zu suchen und habe an diesem Tag andere Texte bearbeitet. Abends beim Abendessen holte ich Wurst und Käse aus dem Kühlschrank und fand das Buch. Ich hatte morgens ganz unkonzentriert den Tisch abgeräumt und das Buch zusam-men mit Butter und Aufschnitt in den Kühlschrank gelegt.
Warum ich das erzähle? Wir suchen Dinge und wissen, sie sind vorhanden, sie können nicht verschwunden sein und irgendwann tauchen sie auf. Und das ist die wunderbare Aussage dieses Psalms, die Zusage, die Vision, das Versprechen: Frieden gibt es. Gott steht dafür ein.
Theologische Überlegungen: Frieden in der Bibel
Gott hat für Frieden gesorgt, er hat zu Beginn der Schöpfung Ordnung in das bedrohliche Chaos gebracht. Er hat den Schalom geschaffen, einen Frie-den, der die Menschen im tiefsten Sinne heil macht. So wie wir ausdauernd nach der Brille suchen oder dem Buch, so sollen wir den Frieden suchen, uns hinknien, jeden Winkel durchsuchen, unter dem Schrank, dem Sofa, in der Beziehung zum anderen Menschen. Friede ist möglich, Friede ist von Gott geschaffen. So tritt uns in diesem Psalmwort wieder einmal beides entgegen: Zuspruch und Anspruch. Ja, Friede ist gottgewollt und mit und durch Gott möglich. Und daher die Aufforderung, der Imperativ, suche ihn, jage ihm nach. Lass dich nicht abhalten!


Ohne dich
Gott, wir suchen Hoffnung ohne dich
– und finden Sinnlosigkeit und Verzweiflung.
Wir suchen Liebe ohne dich
– und treffen auf Egoismus, Gleichgültigkeit und Hass; – auch in uns.
Wir suchen Frieden ohne dich
– und sehen Not und Unrecht und Kriege;
– und unser Herz ist friedlos und voll Unruhe.
Wir suchen Leben ohne dich
– und müssen sehen, wie alle unsere Wege zum Tode führen.
Lass uns nicht allein.
– Gott, du suchst uns, damit wir mit dir leben.
– Dass wir uns von dir finden lassen, dazu hilf uns um Christi willen.
Erbarme dich unser!


(Auslegung von Pfarrer Wolfgang Weik
in: logo – ihr christlicher buchversand)

 

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