Gedanken zum Monatsspruch Juli

 

Du sollst dich nicht der Mehrheit anschließen,

wenn sie im Unrecht ist.

 

2. Buch Mose

Kapitel 23, Vers 2

 

Waren Sie schon einmal in einem überwältigenden Konzert oder vollen Fußballstadion und haben sich von der Begeisterung der anderen Zuschauenden so richtig mitreißen lassen? Sie haben lautstark mit allen anderen gejubelt, die Arme hochgerissen oder wie ein Weltmeister geklatscht, bis die Hände wehtaten. Alles in allem war es ein unwahrscheinlich tolles Gefühl!

Nun sind aber musikalische oder sportliche Veranstaltungen das eine und politische oder gesellschaftliche Stimmungen und Aussagen eine ganz andere Sache! Dabei fällt es viel leichter, sich der Meinung der Mehrheit anzuschließen und einfach mitzumachen oder in den großen Chor der Mehrheit einzustimmen.

Es bedeutet eine nicht unerhebliche Kraftanstrengung, innezuhalten und sich seine eigenen Gedanken zu einer bestimmten Frage oder Sachlage zu machen. Noch schwieriger wird es, wenn es dann darum geht zu seiner eigenen Meinung zu stehen und diese nach außen hin, den vielen anderen gegenüber deutlich erkennbar zu vertreten.

Wie schnell kommen da die Bedenken, eine/r gegen alle anderen. So viele können doch nicht irren. Wieso sollten ausgerechnet nur ich oder wenige andere Recht haben?

Aber nicht die große Menge allein entscheidet über richtig oder falsch. Und auch nicht wer am lautesten schreit oder es nur oft genug wiederholt hat Recht.

Ein anderes Sprichwort lautet: „Nur wer gegen den Strom schwimmt, kann zur Quelle kommen!“ Wenn ich zur Wahrheit vordringen möchte, muss ich mir mein eigenes Urteil bilden und mich unter Umständen dann auch gegen einen allgemeinen Trend stellen und zu meiner Überzeugung stehen.

Das galt schon zur Zeit des Mose und gilt heutzutage vielleicht noch viel mehr – und das nicht nur mit Blick auf politische Wahlen!

 

 

Ihr Pfarrer Michael Schaefer

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