Gedanken zum Monatsspruch Juni

 

Freundliche Reden sind Honigseim,

süß für die Seele und heilsam für die Glieder.

 

Sprüche Salomos

Kapitel 16, Vers 24

 

 

     Beim ersten Lesen erinnerte mich der Monatsspruch an einen Satz aus einem Buch vom „Wasserdoktor und Kräuterpfarrer“ Sebastian Kneipp.

Er klingt ein wenig wie „Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen“.

     Und irgendwie stimmt es doch auch. Wenn jemand freundlich zu mir und mit mir spricht, tut mir das gut und ich fühle mich entsprechend wohl.

     Aber was ist überhaupt Honigseim?

Der Duden erklärt, dass es sich dabei um ungeläuterten Honig handelt, so wie er aus den Waben abfließt. Man könnte also auch von einem reinen, unverfälschten Naturprodukt sprechen.

     Spricht also jemand mit seinem Mitmenschen rein und unverfälscht, dann kann sich dessen Gegenüber sicher sein, dass der- bzw. diejenige es wirklich ehrlich meint. Und das ist doch wirklich eine gute Voraussetzung für ein gelingendes Miteinander.

     Aber was ist, wenn ich den Eindruck gewinne, dass mir jemand einfach nur „Honig ums Maul schmiert“? Da kommt sehr schnell in mir der Verdacht auf, dass mein Gesprächspartner sich nur bei mir einschmeicheln will, um dann etwas von mir zu bekommen. Dann bekommt das Ganze sehr schnell einen unangenehmen Beigeschmack und ich fühle mich dabei ausgesprochen unwohl.

     Denken wir doch einfach immer wieder daran: „so wie man in den Wald hineinruft, so schallt es auch wieder heraus“. Wenn die Leute freundlich und ehrlich mit mir reden sollen, sollte ich einfach damit anfangen. Ein freundlicher Gruß, wenn mir jemand begegnet, ist schon ein guter Anfang und gar nicht so schwer. Vielleicht ergibt sich daraus das eine oder andere Mal sogar ein gutes Gespräch. Schön, wenn es uns beiden guttut.

 

Ihr Pfarrer Michael Schaefer

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