Gedanken zum Monatsspruch November

„Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt.“                             (Hiob 19,25)

Der Monat November zählt nicht gerade zu meiner Lieblingszeit im Jahr: Die Zeit des Federweißen ist vorbei, und noch haben die Glühweinstände nicht geöffnet; die Sonnenstunden werden weniger, es wird kühler – und diese Dunkelheit und Kälte kann einem auch schnell aufs Gemüt schlagen: Wie trostlos fühlt sich ein Tag an, an dem die düstere Wolkendecke nicht aufreißt!

 

Auch der bevorstehende Buß- und Bettag sowie der Toten- bzw. Ewigkeitssonntag als das Ende des Kirchenjahres sind nicht gerade zwei Feiertage, an denen im herkömmlichen Sinne fröhlich gefeiert wird; nein, nun ist es an der Zeit, einmal zur Ruhe zu kommen und Bilanz zu ziehen.

 

Wieder liegt ein Jahr hinter uns, voller neuer Begegnungen und Erfahrungen; schöne, aber auch schmerzhafte. Über unser ganzes Leben hinweg werden wir stets von zwei Gefährten begleitet: Sünde und Tod – das führen uns die beiden Feiertage vor Augen. Beiden können wir nicht aus dem Weg gehen, denn immer wieder werden wir Fehler begehen und Schuld auf uns laden, und schließlich ist der Tod die einzige absolute Gewissheit im Leben.

 

Doch unser Leben gründet nicht auf der Angst vor Sünde und Tod, sondern auf der Hoffnung auf ein ewiges Leben bei Gott: Denn er vermag es, allem ein Ende zu setzen, das den Lebensmut raubt.

 

So bekennt auch Hiob trotz seines erlittenen Unglücks, Kinder, Besitz und Gesundheit verloren zu haben: „Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt.“

 

Wie schwer auch die Ketten sind, mit denen mich das Leben mit seinen Schicksalsschlägen gefangen hält, dennoch vertraue ich darauf, dass einer für mich da ist, der die Fesseln löst und mich befreit; mehr noch: Ich weiß es! Ich weiß es, denn Gott hat mir in meinem Leben schon so viel Gutes getan, dass ich gar nicht anders kann, als an ihm auch in meiner größten Not festzuhalten!

 

Darum, liebe Schwestern und liebe Brüder, wollen wir in diesem scheinbar trostlosen Monat uns das tröstende Wort Hiobs vor Augen führen: „Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt.“

 

Und das Kommen dieses Erlösers markiert den Beginn des neuen Kirchenjahres:

 

Sünde und Tod sind nicht das Ende, sondern ein Wendepunkt für unser Leben auf unserem Weg mit Gott.                                                         

 

Lena Schaefer, Cand.theol.

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