Gedanken zum Monatsspruch September:

 

„Ihr sät viel und bringt wenig ein;

ihr esst und werdet doch nicht satt;

ihr trinkt und bleibt doch durstig;

ihr kleidet euch und keinem wird warm;

und wer Geld verdient, der legt’s in einen löchrigen Beutel.“

 

Buch des Propheten Haggai,

Kapitel 1, Vers 6

Was für eine vernichtende Bilanz!

Es ist scheinbar vollkommen egal, was hier versucht und getan wird. Nichts ist erfolgreich, alles vergebens und umsonst. Möchte ich diese Bewertung für mein Leben erhalten?

Ursprünglich war diese ernüchternde Feststellung des Propheten Haggai für die Rückkehrer aus dem Exil in Babylon nach Jerusalem bestimmt. Die Menschen beschwerten sich, dass Gott ihnen beim Wiederaufbau von Stadt und Land scheinbar nicht hilft. Aber ist Gott wirklich nur dafür da, ein sorgenfreies Leben im Wohlstand zu ermöglichen?

Der Gottesmann spitzt die Situation noch weiter zu, indem er die Menschen fragt: „Wie könnt ihr euch schöne Häuser bauen, aber das Haus Gottes, der Tempel liegt in Trümmern?“ Haggai will seinen Zuhörenden kein schlechtes Gewissen machen und sie indirekt auffordern, noch mehr zu arbeiten. Im Gegenteil! Er will, dass die Menschen innehalten und darüber nachdenken, wofür sie eigentlich den Schwerpunkt in ihrem Leben setzen, wofür sie sich voll engagieren und all ihre Kraft einsetzen.

In seiner Bergpredigt sagt Jesus: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch alles andere zufallen.“ (Matthäus 6,33). Auch wenn wir keine neue Kirche bauen sollen, sollten wir immer mal wieder darüber nachdenken, inwiefern wir uns für die Sache Gottes, die Liebe zu Ihm, zu unseren Mitmenschen und zu uns selbst, einsetzen und dann die richtigen Schwerpunkte in unserem Leben setzen.

 

Ihr Pfarrer Michael Schaefer

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