Gedanken zum Monatsspruch Juni 26

 

Denkt an die Gefangenen,

als wäret ihr mitgefangen;

denkt an die Misshandelten,

denn auch ihr lebt noch in eurem irdischen Leid!

 

Brief an die Hebräer

Kapitel 13, Vers 3

 

 

Das ist ganz schön harte Kost!

Eigentlich beten wir doch in fast jedem Gottesdienst für die Opfer von Gewalt und Misshandlung. Aber im Monatsspruch werden wir dazu aufgefordert, das Schicksal dieser bedauernswerten Menschen zu unserer eigenen Sache zu machen und durchaus auch persönlich zu nehmen. Ursprünglich war dies Anliegen zurzeit des Hebräerbriefes in Bezug auf die eigenen Gemeindeglieder gedacht, die als Christinnen und Christen wegen ihres Glaubens verfolgt, misshandelt und inhaftiert wurden.

Aber unabhängig davon, ob wir in sicheren und geordneten Verhältnissen leben, sind auch wir Einflüssen ausgesetzt, die von menschlichen oder staatlichen Kräften abhängen. Denn kein Mensch ist vollkommen frei und unabhängig. Und in zunehmend schwieriger werdenden Zeiten sind wir eingebunden und mitbestimmt von unseren sozialen Beziehungsgeflechten und gesellschaftlichen Vorgaben, denen wir uns nicht so ohne weiteres entziehen können. Und in diesen Zeiten brauchen wir ein besonderes Maß an Einfühlungsvermögen, um unsere Mitmenschlichkeit nicht zu verlieren und als Gesellschaft bestehen zu können.

Insofern soll für uns dann auch ein folgender Vers aus dem Brief gelten:

Jesus Christus gestern, heute und derselbe auch in Ewigkeit (Heb. 13,8).

Der Sohn Gottes und sein Wort haben unverändert Gültigkeit und seine positive Ausrichtung kann uns Glauben Kraft und Hoffnung für uns und für die Zukunft dieser Welt schenken.

 

Ihr Pfarrer Michael Schaefer 

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