Gedanken zum Monatsspruch im Oktober
Zur Freiheit hat uns Christus befreit!
So steht nun fest und lasst euch nicht
wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!
Brief an die Galater, Kapitel 5, Vers 1
Freiheit! Was für ein großartiges Wort und was für wundervolle Vorstellungen sind damit verbunden. Wohl jede und jeder von uns hat – zumindest insgeheim und für sich ganz persönlich – kleine oder große Träume.
Manchmal gibt es solche Momente, in denen man sich vollkommen frei fühlt: sei es im Urlaub, auf einem Berggipfel oder nachdem eine schwere Last abgefallen ist. Einfach großartig ist es dann!
Viele Menschen meinen, der christliche Glaube besteht aus Regeln und Gesetzen, die beachtet und eingehalten werden müssen. Sie fürchten, dass die Botschaft von Jesus Christus ihre kleinen Freiheiten einschränken oder gar vollkommen verbieten will.
Der Apostel Paulus betont in seinem Brief an die Galater, dass es im christlichen Glauben eben nicht um die buchstabengetreue Erfüllung religiöser Vorschriften geht. Ebenso wenig soll es unter Christen einen frommen Wettbewerb geben, wer die Gebote besonders korrekt einhält. Denn dadurch würde den Menschen eine neue Belastung auferlegt. Paulus verwendet zur Verdeutlichung – man könnte auch zur Abschreckung sagen – das Bild vom Joch, das früher den Zugtieren aufgelegt wurde, um die Lasten ziehen zu können.
Christlicher Übereifer schafft letztlich nur neue Unfreiheit. Und das hatten wir früher oft mehr als genug. Dieses „Joch“ wollen und brauchen wir uns wirklich nicht wieder aufpacken zu lassen.
Aber was ist eigentlich der Kern der christlichen Freiheitsbotschaft?
Der Kirchenlehrer Augustin hat das einmal so zusammengefasst:
Liebe – und dann tu, was du willst. Wenn wir unser Denken, Reden und Handeln unter der Überschrift „Liebe“ stellen können, dann haben wir die Freiheit zu tun und zu lassen.
Pfarrer Michael Schaefer
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